Luther und die Philosophie 978-3-16-155903-7 - Mohr Siebeck
Theologie

Luther und die Philosophie

Streit ohne Ende?
Herausgegeben von Hans-Christoph Askani und Michel Grandjean

79,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-16-155903-7
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Muss die Theologie, wenn sie sich selber finden will, in radikale Opposition zur Philosophie treten? Wenn ja, was bedeutet diese Opposition für die eine und die andere Seite? Die Beiträge des vorliegenden Bandes zeigen, dass Luther nicht nur ein Beispiel des Streits der beiden Disziplinen, sondern der Höhepunkt ihrer Auseinandersetzung ist.
Luther selber gab Anlass, in seiner Opposition zur Philosophie ein Proprium seines theologischen Denkens zu sehen. Allerdings nicht in dem Sinn, dass es dabei um eine persönliche Vorliebe oder Abneigung (etwa gegen Aristoteles) ginge, sondern in dem, dass die Theologie überhaupt erst zu ihrem Gegenstand kommen müsse. In die Suche der Theologie nach sich selber gehört, dass sie sich nicht verwechselt mit dem, was sie nicht ist. Das ist, wie Luther sah, ihre größte Herausforderung.
Der vorliegende Band vereint Beiträge, die den Einfluss untersuchen, den Philosophen auf Luther ausübten, und den Luther auf die Philosophie ausgeübt hat. Der Bogen spannt sich von Platon bis Heidegger. Die Themen, die entdeckt und angesprochen werden, gehen auf systematische Fragen, die in ihrer Brisanz der Theologie aufgegeben bleiben und für die Philosophie eine immer wieder unerwartete Herausforderung darstellen.
Inhaltsübersicht
Hans-Christoph Askani/Michel Grandjean: Vorwort – Pierre Bühler: Luther und Aristoteles: nur Finsternis, oder doch auch etwas Licht? – Matthieu Arnold: Luther und die Kritik an der Philosophie in seinen akademischen Disputationen – Giovanni Gellera: Luthers Kritik an Duns Scotus in der Disputatio contra scholasticam theologiam (1517): Freier Wille, Pelagianismus und Bürgerrecht – Graham White: Luther und die pragmatische Zersetzung der Sprache – Ueli Zahnd: Luther und die via antiqua: Spuren einer Abgrenzung – Günter Bader: Luther und die Skepsis, ausgehend von De servo arbitrioStefan Strohm: Das Lebewesen, das Vernunft hat oder Sprache. Melanchthons und Luthers Verständnis der Rhetorik – Arthur Huiban: Melanchthon und die Philosophie: Der Fall der ersten Loci communesStefano Leoni: Medulla ossium, Deus in nobis consummandus. Relationale Ontologie in der Theologie Luthers und in der Philosophie von Aristoteles bis Hegel – Bernard Rordorf: Luther und Pascal als Leser von Römer 13 – Tom Kleffmann: Hamann und Luther. Die philosophische Vernunft und eine Theologie der Sprache – Henning Theißen: Luther und Kant in der deutschen evangelischen Theologie nach der Paulskirche – Heinrich Assel: Martin Luthers und Hermann Cohens Kommentare zu Ps 51 – Hans-Christoph Askani: Heidegger und Luther – Philippe Büttgen: Luther und die Philosophie. Zehn, dreißig und fünfhundert Jahre danach (Schlußbemerkungen)
Personen

Hans-Christoph Askani Geboren 1954; Studium der Ev. Theologie, Philosophie und Germanistik in Tübingen, Zürich, Paris und Berlin; 1994 Promotion; 1994–2005 Professor für systematische Theologie an der »Faculté libre de théologie protestante« in Paris; seit 2005 Professor an der Theologischen Fakultät der Universität Genf; seit 2019 Professor em.

Michel Grandjean Geboren 1957; Studium der Geschichte und Ev. Theologie in Genf und Cambridge: 1992 Promotion; seit 1999 Professor für Geschichte des Christentums an der Theologischen Fakultät der Universität Genf.

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