Mareike Schmidt

Kulturalität der Rechtsanwendung und internationale Rechtsvereinheitlichung

Überlegungen am Beispiel des UN-Kaufrechts
Rubrik: Aufsätze
Jahrgang 87 (2023) / Heft 4, S. 643-671 (29)
Publiziert 13.11.2023
DOI 10.1628/rabelsz-2023-0077
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Beschreibung
Die einheitliche Anwendung von Recht im Allgemeinen und internationalem Einheitsrecht im Besonderen sieht sich mit den Herausforderungen kultureller Diversität konfrontiert. Auf der Basis eines bedeutungsorientierten Kulturbegriffs und anhand des Beispiels des UN-Kaufrechts untersucht der Beitrag, inwiefern kulturelle Normalitätsvorstellungen die einzelnen Schritte der Rechtsanwendung prägen, und verdeutlicht dies anhand konkreter Beispiele. Insgesamt wird dabei deutlich, dass die Kulturalität der Rechtsanwendung deutlich über das üblicherweise erörterte Maß hinausgeht. Sodann wird ein Verständnis von der Anwendung internationalen Einheitsrechts als Bearbeitung kultureller Differenz entwickelt, in deren Rahmen es innerhalb eines ganzen Netzes von Akteur:innen vielfach zur Interpretation fremder Normalitätsvorstellungen kommt mit dem Ziel, diese in das eigene Bedeutungssystem zu integrieren. Die Skizze der Verflechtungen innerhalb dieses Netzwerks, die den Text beschließt, kann als Ausgangsbasis für eine genauere Analyse der betreffenden Prozesse dienen.