Rechtswissenschaft

Stefan Talmon

Verbraucherschutz trifft Völkerrecht

Zum Urteil des EuGH v. 12. 11. 2019 – C-363/18, Organisation juive européenne und Vignoble Psagot Ltd ./. Ministre de l'Économie et des Finances

Rubrik: Besprechungsaufsatz
JuristenZeitung (JZ)

Jahrgang 75 () / Heft 21, S. 1051-1058 (8)
Publiziert 03.11.2020

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In einer politisch brisanten Entscheidung (JZ 2020, 1064, in diesem Heft) hat der EuGH die Praxis bestätigt, dass Lebensmittel aus von Israel völkerrechtswidrig besetzten Gebieten mit »israelische Siedlung« zu kennzeichnen sind. Den Verbrauchern solle dadurch die Möglichkeit gegeben werden, Kaufentscheidungen unter »Wahrung des Völkerrechts« zu treffen. Der EuGH greift dabei nicht nur für die Auslegung des Sekundärrechts auf das Völkerrecht zurück, sondern – insoweit bedenklich – auch für die Bestimmung der Ziele desselben.
Personen

Stefan Talmon Geboren 1965; Studium der Rechtswissenschaft in Tübingen, München und Cambridge (LL.M., 1989); von 1991 bis 1995 Promotion an der Universität Oxford; 1995 Doctor of Philosophy (D.Phil.); 2002 Habilitation; 2003 Master of Arts (M.A.); 2003–11 University Lecturer, Reader ab 2008 Professor of Public International Law an der Universität Oxford. Seit 2011 Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht an der Universität Bonn.