Theologie

Philipp David

Der Tod Gottes als Lebensgefühl der Moderne

Geschichte, Deutung und Kritik eines Krisenphänomens

2023. XIII, 860 Seiten.

Dogmatik in der Moderne 50

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fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-16-154568-9
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Philipp David verfolgt das Motiv des Todes Gottes auf seinem Weg durch die Geistesgeschichte in Theologie, Philosophie und Literatur und fragt nach Grenzen und Chancen einer Theologie nach dem »grössten neueren Ereigniss« (Nietzsche) – einem Ereignis, das zum Synonym für das Lebensgefühl der auf Dauer gestellten Krise der Moderne geworden ist.
Ende des 19. Jahrhunderts kündigte Friedrich Nietzsche den »Tod Gottes« als das »grösste neuere Ereigniss« an und stellte zugleich fest: dieses »ungeheure Ereigniss ist noch unterwegs und wandert«. Die Idee des Todes Gottes und die Vorstellung vom Sterben der Götter wanderten jedoch bereits seit Jahrtausenden durch die Geistes- und Kulturgeschichte und werden bis heute in unzähligen Schattierungen aufgegriffen, die von mythischen Narrativen über radikale Atheismen bis hin zu kreuzestheologischen Integrations- und ethischen Substitutionsversuchen variieren. In der Moderne spitzt sich diese Gemengelage epistemisch zu. Der Tod Gottes wird nun zum Lebensgefühl einer Zeit, die als auf Dauer gestellte Krise des Verlustes metaphysischer Letztbegründungen erlebt wird. Philipp David verfolgt die Geschichte eines polyphonen Motivs in Theologie und Philosophie, Literatur und Kultur und fragt, wie sich nach und mit dem Tode Gottes – aber keinesfalls an ihm vorbei – Theologie treiben lässt.
Inhaltsübersicht
Einleitungsteil: Fragestellung und Zeitsituation
1 Einleitung: Der Tod Gottes als Lebensgefühl der Moderne?

Hauptteil A: Der Tod Gottes als sprachlicher Ausdruck von Sinnkrisen
Teil I: Herkunft und Variationen des Motivs Tod Gottes
2 Mythen sterbender und auferstehender Götter: Der Tod Gottes als Motiv in der Religionsgeschichte
3 Das Gefühl der Gottverlorenheit als Vorahnung des Todes Gottes (Bewusstseinsdiagnostische Deutungsvarianten)
4 Das Erlebnis des Todes Gottes als Ausdruck eines Erfahrungswandels (Literarische Deutungsvarianten)

Teil II: Den Tod Gottes denken (Philosophische Deutungsvarianten)
5 Der Tod Gottes als Deutungskategorie für die europäische Moderne und als philosophische Denkfigur

Teil III: Den Tod Gottes denken (Theologische Deutungsvarianten)
6 Der Tod Gottes als Denkfigur in der US-amerikanischen Theologie
7 Der Tod Gottes als Denkfigur in der deutschsprachigen Theologie

Hauptteil B: Systematische Perspektiven und kritische Revisionen
8 Dem Lebensgefühl der Moderne neue Reflexionsräume anbieten
9 Der Tod Gottes als metaphorisches Ereignis: Ein Deutungsversuch
10 Anfänglich leben: Kritische Revision des Schöpfungsgedankens
11 Halt in Haltungen: Ethische Perspektiven

Schlussteil
12 Zusammenfassung und typologische Systematisierung der Tod-Gottes-Idee
Personen

Philipp David Geboren 1973; Studium der Ev. Theologie in Heidelberg, Berlin und Kiel; Promotion und Habilitation in Kiel; akademische Lehrtätigkeit in Kiel, Hamburg, Zürich und Bielefeld; Inhaber der Professur für Systematische Theologie/Ethik an der Justus-Liebig-Universität Gießen / Goethe-Universität Frankfurt am Main.
https://orcid.org/0009-0006-1519-8373

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