Theologie

Nikolas Keitel

Ein Nein ohne jedes Ja?

Der protestantische Streit um den status confessionis im 20. Jahrhundert

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Festeinband
ISBN 978-3-16-161312-8
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Wie politisch darf die Kirche sein? Das Verhältnis von Politik und Religion ist seit jeher umstritten. In großen ethischen Debatten spitzt sich dieses zu. Nikolas Keitel untersucht die Richtungskämpfe des Protestantismus nach 1945 anhand einschneidender ethischer Debatten, die den Protestantismus und die Bundesrepublik bis heute prägen.
Für den deutschen Protestantismus waren die ethischen Diskussionen nach 1945 gegenwartsorientierte Selbstverständigungsdebatten: Im Medium der ethischen Reflexion deutete der Protestantismus den neuen politischen Lebensraum und versuchte zugleich, seinen eigenen Standort und seine Aufgabe im Horizont der bundesrepublikanischen Gesellschaft zu bestimmen. Zu den charakteristischen Kennzeichen gehörte dabei, dass die großen ethischen Debatten innerhalb des Protestantismus selbst noch einmal abgebildet und dort zwischen den verschiedenen Traditionen, Lagern und Richtungen ausgetragen wurden. Es handelte sich um erbittert geführte Auseinandersetzungen, die ihre Schärfe aus der Erwartung bezogen, dass die evangelische Christenheit in den schwierigen ethischen Fragen zu einem eindeutigen und einmütigen Zeugnis aufgefordert sei. Die Erklärung des status confessionis ist die schärfste Diskurswaffe im innerprotestantischen Richtungsstreit. Nikolas Keitel legt in dieser Studie die hinter den ethischen Debatten greifbaren Auseinandersetzungen des bundesdeutschen Protestantismus über die eigene Identität frei.
Inhaltsübersicht
1. Einleitung
2. Die ‚Entdeckung' des status confessionis für das 20. Jahrhundert
3. Der status confessionis in der Debatte um die atomare Bewaffnung der Bundeswehr in den 1950er Jahren
4. Status confessionis und Apartheid in den 1970er und 1980er Jahren
5. Wieder wider die Atomwaffen? Der status confessionis und die Friedensfrage in den 1980er Jahren
6. Résumé
Personen

Nikolas Keitel Geboren 1989; 2009–16 Studium der Ev. Theologie in Göttingen, Rom und Heidelberg; 2016 Erstes Theologisches Examen; 2016–19 Wiss. Mitarbeiter am Lehrstuhl für Systematische/Reformierte Theologie (Universität Göttingen); 2019–22 Vikariat; seit 2022 Pastor der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers.

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