Moral als Bosheit 978-3-16-160835-3 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Alexander Somek

Moral als Bosheit

Rechtsphilosophische Studien

2021. IX, 204 Seiten.
22,00 €
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fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-16-160835-3
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Fanatismus und Intoleranz gehören zu den Erkennungszeichen einer Moral, die emotional vermittelt wird und für Argumente taub bleibt. Oft begegnet sie uns bei jenen, die sich für sozial fortschrittlich halten. Der kritische Blick gibt zu erkennen, dass ihr moralisches Urteil boshaft ist.
Moralische Vorwürfe verletzen oder verärgern, vor allem wenn sie einen unvermutet und aus dem Hinterhalt treffen. Plötzlich gilt man als Rassist, Sexist oder gar als elitär. Die Daumen werden nach unten gekehrt und die Menge schreit »Buh«. In den Chor einzustimmen verspricht den Teilnehmenden Statusgewinn, denn wer andere verurteilt, reiht sich damit sofort unter die Guten ein. Aber dieses Gutsein ist perfide. Die unbeirrbar auftretende Moral erweist sich bei näherer Betrachtung oftmals als boshaft. Sie macht Mehrdeutiges eindeutig und erzeugt so, was sie anprangert. Sie vermeidet Begründungen, belohnt das Ducken und vertraut auf die blanke Macht der Entrüsteten. Inhaltlich lässt sie sich nicht verallgemeinern, denn sie mutet Menschen zu, Verhaltensmaßstäben zu genügen, denen sie nicht genügen müssen. Die Bosheit dieser Moral gilt es zu begreifen und das Recht von ihrem Einfluss freizuhalten.
Personen

Alexander Somek Geboren 1961; 1984 Promotion; Habilitationen in Wien zunächst für Rechtsphilosophie (1992), dann auch für Verfassungsrecht (2001); Professor of Law am College of Law der University of Iowa; Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin; Gastprofessor in Princeton; Gastprofessor an der London School of Economics; seit 2015 Professor für Rechtsphilosophie und juristische Methodenlehre an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien.
https://orcid.org/0000-0003-1691-8855

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